Ein bisschen mitmischen.

In den letzten Jahren hab ich mir immer wieder überlegt, was ich persönlich eigentlich für den „Weltfrieden“ machen könnte. Wie kann ich mich einsetzen, was kann ich erreichen, bringt das überhaupt was? Will ich in einer Partei engagiert sein, möchte ich in einer Gewerkschaft etwas bewirken?  Ist das überhaupt was für mich?

Meistens sind diese Überlegungen im Sande verlaufen. Und dann hab ich mich wieder geärgert – irgendwas muss ich doch machen können.

Im vergangenen Jahr hat sich dann was geändert. Ich bin aufs Fahrrad gestiegen, habe meine Sichtweise durchs tägliche Radeln geändert. Ich fahre bei der Critical Mass mit, habe Teams beim „Stadtradeln“ und bei „mit-dem-Rad-zur-Arbeit“ gegründet. Über die Hashtags #mdrza und #biketowork verfolge ich die Tweets von vielen Radlern, sehe ihre Bilder, die Motivation und den Spaß. Aber leider auch die vielen (Fast-)Unfälle und kritischen Situationen, die schlechten Radwege und den „Kampf“ im motorisierten Verkehr.

Ich versuche jetzt, mich ein bisschen in die zukünftige Mobilität (zumindest in Bielefeld) einzumischen. Vielleicht kann ich helfen und unterstützen, etwas  verändern, den Verkehr in Bielefeld zukunftsfähig zu machen.

Ich bin jetzt bei der „AG Mobilität“ der Bielefelder Grünen aktiv. Dort kann sich jeder einbringen, auch ohne Parteizugehörigkeit, es ist eine öffentliche Arbeitsgruppe. Ohne die Einladung von @schreiblockade wäre ich da gar nicht drauf gekommen! Danke dafür. :*

Eine bessere, sichere Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger und gute, günstigere Verbindungen mit dem ÖPNV sind mein Wunsch. Ein bisschen mehr lebens- und liebenswertes Grün für lieBefeld. Ein ganz kleiner Schritt Richtung „Weltfrieden“. 🙂

 

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Mein erster Fahrradwinter.

…und erstaunlicherweise ist es nicht die Kälte, die mich am meisten stört.

Da ich mittlerweile gute Fahrradkleidung habe, kann ich mit dem Zwiebel-Prinzip wirklich jede Temperatur gut aushalten (bis -7° C getestet).  Gefroren hab ich noch nicht wirklich, obwohl sich meine Oberschenkel nach jeder Fahrt bei unter 5° C eiskalt anfühlen und eine interessante, dunkelpinke Farbe annehmen.

Nerviger ist da schon, dass bei Frost und Schnee die Fahrradwege als letztes gestreut / geräumt werden. Zumindest dort, wo sich die Stadt nicht drum kümmert. Gestern war es offensichtlich durch Schneereste und Regen sehr usselig und ich habe das Fahrrad (aus Ermangelung an Winterbereifung) stehen gelassen. Heute morgen war es wieder furchtbar glatt. Aber es soll so schön sonnig werden! Da bin ich trotzdem mit dem Rad los. Bloß nicht wild lenken oder bremsen. Dann wirds wohl rollen… Und ich bin ohne Stürze heile angekommen. Frost ist spannend.

Regen ist einfach nur ätzend. Je mehr Sprühregen, desto fieser. Lieber ein ordentlicher Starkregen. Brillenträger wissen, wovon ich rede. Ich habe schon des Öfteren die Brille in die Tasche gepackt, weil die feine Gischt auf den Gläsern die Sicht mehr beeinträchtigte, als meine Dioptrien. Und es ist bei Regen einfach nicht schön zu fahren. Und man wird noch weniger von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen, also sowieso schon.

Und da kommen wir zu dem Punkt, der mich im Radelwinter am meisten stört. Egal, wie viel du leuchtest, blinkst, reflektierst und die Verkehrsregeln beachtest – die Autofahrer (weniger die LKW) achten nicht auf dich. Sie nehmen dir die Vorfahrt, sie schneiden dich, halten keinen Abstand (manchmal sogar vorsätzlich), sie biegen ohne Schulterblick rechts ab. Selbst wenn ich an einer Fahrrad/Fußgängerampel grün habe, bin ich nicht auf der sicheren Seite.

Und diese Situationen passieren mir häufiger, wenn das Wetter schlecht und es dunkel ist. Man mag ja meinen, dass dann vorsichtiger gefahren wird… Aber das Gegenteil scheint der Fall.

Ich trage freiwillig einen Helm (gebürtiger Tollpatsch) und eine Warnweste. Ja, ich bin selber auch PKW-Fahrer und weiß, dass es so einfacher ist, jemanden auf dem Rad schneller zu registrieren. Aber man muss eben auch aktiv darauf achten! Ich habe als PKW-Fahrer auch schon Fahrradfahrer übersehen. Weil ich nicht aufmerksam war. Daran war nicht deren Fahrweise oder die fehlende Warnweste schuld. Zum Glück ist nie etwas passiert.

Also, Augen auf im Straßenverkehr!

PS: Ich freue mich wahnsinnig auf einen warmen Frühling und einen strahlenden Sommer…

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin!

Vor 20 Jahren war ich im Sommer ein Wochenende mit Freundinnen in Berlin. Das erste Mal Großstadt. Zur Loveparade. 1,7 Millionen Menschen versperrten mir die Sicht auf die Stadt. Viel Zeit zum Gucken hatten wir nicht. Ich erinnere mich an das Brandenburger Tor und ein riesiges Loch im Boden, den Potsdamer Platz.

Heute sieht das Loch im Boden so aus:

Dieses Jahr im November war ich das zweite Mal in Berlin. Und ich bin beeindruckt. Endlich Zeit zum Flanieren, Touristen-Attraktionen beglotzen und ganz nebenbei noch Ingress spielen.

Eigentlich hatte ich mir unheimlich viel vorgenommen, wo ich hin wollte und in welche Museen ich gehen könnte. Im Endeffekt waren wir in keinem Museum. Und sind einfach durch die Gegend gelaufen. Sind durchs KDW gebummelt, den Ku´damm rauf und runter. Durch den Prenzlauer Berg, durch alte Plattenbauten, Prachtstraßen entlang. Kilometerweit mit der U- und S-Bahn durch die Stadt.

  

Pflicht war für mich allerdings ein Besuch auf der Kuppel des Reichstagsgebäudes. Das war super. Sehr interessant und trotz diesigem Wetter ein toller Ausblick.

Den ganzen Freitag haben wir im Berliner Zoo verbracht. So viele Tiere, die ich noch nie gesehen hatte. Und auch nicht gedacht habe, dass ich sie jemals sehen werde! Kiwis, Pandas, Quallen. Schon toll. Definitiv einen Besuch wert.

Der Samstag und Sonntag stand dann im Zeichen der Ingress-Anomalie „EXO5“. Wie immer hatte das Team Rohan eine Menge Spaß, auch wenn wir nicht so erfolgreich waren, wie erhofft. Aber gewinnen ist hier ja nicht die Hauptsache. „FÜR ROHAN!“

Sonntags sind wir nochmal kreuz und quer durch die Stadt, um Ingress-Missionen zu machen. Da konnte ich dann auch endlich mal einen Blick auf Checkpoint Charlie werfen. Nun ja. Ein bisschen merkwürdig, dieses Kostümtheater dort.

Berlin hat mir gut gefallen, auch wenn ich froh war, am Montag wieder im beschaulichen „kleinen B“ anzukommen. Ich möchte definitiv nicht erst in 20 Jahren wieder dahin. Sondern viel öfter. Und dann auch die Museen besichtigen. Und die berühmte Currywurst nachholen.

Läuft!

Ich habe seit Juli mein EBike. Und ich habe schon fast 1000 km damit zurückgelegt. Es macht wirklich Spaß, wenn einem Gegenwind und hügelige Strecken nichts mehr ausmachen.

Und mittlerweile ist mein Entschluss, das Auto zu verkaufen, gefestigt. Es gibt schließlich kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Ich habe mir diverse wetterfeste Kleidungsstücke zugelegt, damit mich auch ein Regenschauer nicht aufhält. Ich möchte einfach keine Abgase mehr mit meinem Auto produzieren. Und das ich für 10 km quer durch Bielefeld bald eine Stunde brauchte, hat mich auch genervt. Natürlich gibt es noch den ein oder anderen Weg, bei dem ich auf das Auto zurückgreife. Wenn ich zu meinen Eltern fahre zum Beispiel. Das Heimatdörfchen ist leider etwas weit ab vom Schuss und die Zugverbindung nicht passend.

Ich muss auch zugeben, ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich das durchziehe. Dieser Umstieg funktioniert mit Sicherheit auch nur, weil ich zentral in der Stadt wohne und nicht hundert Kilometer zum Job pendeln muss. Ich habe auch keine Kinder, die ich irgendwohin fahren muss. Unseren Wocheneinkauf schaffen wir mit einem Hackenporsche.

Ich möchte niemanden zwingen, grundsätzlich auf das Auto zu verzichten, auch nicht predigen, dass Fahrradfahren das einzig Richtige ist. Aber ich möchte gerne jedem vorschlagen, dass man versuchen kann, die Umwelt ein bisschen zu schonen, wenn man zum Brötchen holen das Rad nimmt. Oder einfach zu Fuß geht.

E-Bike Leasing, die unendliche Geschichte.

Hätte ich auch nur ansatzweise geahnt, wie laaaaaange meine Firma braucht, um das E-Bike Leasing auf den Weg zu kriegen, hätte ich mir im Winter schon selber ein Rad gekauft. Und wenn ich dafür einen kleinen Kredit aufgenommen hätte. Aber hätte, hätte, Fahrradkette.

Nun ja, letztendlich läuft der Vertrag mit meiner Firma und der Leasinggesellschaft eurorad.de nun seit dem 1. Juli. Das heißt aber nicht, dass ich schon ein Fahrrad habe. Das steht zwar schon beim Händler, privat angezahlt, damit es nicht verkauft wird. Aber vor dem Radfahren steht der Papierkrieg. Überlassungsvertrag, Leasingvertrag, Unterschriften, Weiterleitung, Rückmeldung, Übernahmebestätigung. Ganz schön umständlich. Aber jetzt hoffe ich gaaaanz fest, dass ich noch diese Woche mein Rad abholen kann. Mein altes Rad klappt nämlich bald zusammen. Schrauben plumpsen raus, Schaltung knarrt und kracht, die Kette quietscht. Ich hatte halt nicht mehr wirklich Lust, auf den letzten Metern noch in Reparatur und Pflege zu investieren…

Mein neues Rad ist ein BH-Bike (jaja, klingt doof!), kommt gebürtig aus Spanien und hat einen Motor. Hier, da kann man sich das angucken: KLICK

Ich freu mich wie Bolle. Schliesslich fahre ich schon ganz tapfer seit März so gut wie jeden Tag mit dem Rad. Und es regnet erstaunlich wenig. Ich bin vielleicht 3 Mal in kleine Regenschauer geraten, und das auch nur auf dem Rückweg, da stört mich das eh nicht. Wenn man Regenjacke, -hose und Helmüberzieher hat, ist das auch gut zu überstehen. Aber wie oft ich schon blöden Gegenwind hatte, mag ich nicht mehr zählen. Egal, in welche Richtung ich fahre, wenn es windig ist, kommt er mir entgegen. Auch deshalb freue ich auf die Motorunterstützung. Man kommt halt doch entspannter am Ziel an. Und fährt (hoffentlich!) noch den einen oder anderen Kilometer extra.

Sobald das Rad bei mir angekommen ist, gibt es auch Bilder. Mit mir. Und Helm. 😉

Soundtrack meiner Jugend.

Ich höre mich gerade durch die neueste Greatest-Hits-Platte „30“ von „Fury In The Slaughterhouse“. Ständig bekomme ich eine kleine Gänsehaut und kann textsicher mitsingen, obwohl ich eeeeewig nix mehr von ihnen gehört habe.

„Won´t Forget These Days“, „Time To Wonder“, „Radio Orchid“, alles Klassiker aus den Partyzeiten meiner (nicht ganz so wilden) Jugend. Kennengelernt habe ich die Band (wie immer) durch meine ältere Schwester und die Mitschülerinnen aus Niedersachsen. Da war die Gruppe irgendwie bekannter, als bei uns auf der NRW-Seite.

Leider hat es neulich nicht geklappt, spontan zu einem Konzert nach Hannover zu fahren. Das wäre schon toll gewesen.

„Won´t Forget These Days“ – wenn die Zeiten damals auch nicht immer so toll waren, vor allem während der Schulzeit und im ersten Ausbildungsbetrieb. Trotzdem denkt man gerne dran zurück, zuppelt die besseren Erinnerungen von hinten herbei und stellt sie ganz nach vorne.
Mit der besten Freundin tanzend im dörflichen Tanzsaal, als die Top-40-Kapelle Fury anstimmte.
Auf den Abi-Partys lauthals mitsingend.
Heute morgen bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune im Auto auf voller Lautstärke gröhlend.

Danke dafür, Fury.