Rostock, Mölln, Solingen – Ist es bald wieder soweit?

Wenn ich die Nachrichten schaue und Berichte über Freital sehe, wird mir Angst und Bange. Um die Menschen, die dort eine Zuflucht gesucht haben, die alles in ihrer Heimat zurücklassen mussten, die Schlimmes erlebt haben und höchstwahrscheinlich traumatisiert sind. Dort steht Tag für Tag der braune Mob vor der Tür, ohne Sicherheitskräfte wäre es wahrscheinlich schon zu einem zweiten Rostock-Lichtenhagen gekommen, wie damals, 1992.

Wenn man Zeitungsartikel über eine Bürgerversammlung in Freital von gestern liest, oder den Bericht im Morgenmagazin darüber, wird einem schlecht. „…das sind Welche, die sich hier ausruhen, wollen mer so sagen. Die machen hier Urlaub.“

Siehe Spiegel-Bericht und der MoMa-Ausschnitt von @vierzueinser.

Zu gerne würde ich diese Leute in einem stickigen, kleinen Bus (oder besser übers Mittelmeer, in einer kleinen, wackeligen und überfüllten Nussschale) nach Syrien schicken, um sich den Bürgerkrieg und die IS mal persönlich anzuschauen. Warum haben diese Menschen überhaupt kein Mitgefühl? Es ist widerlich!

Gestern tauchte in meinem Facebook-Stream ein Augenzeugenbericht vom ZAB (Zentrale Ausländerbehörde) in Bielefeld auf. Dort saßen anscheinend mehrere hundert Flüchtlinge, wartend auf die Bearbeitung ihrer Anträge durch die Behörde. Sie haben wohl ein kleines Lunchpaket erhalten, aber von einem Apfel, einem Toastbrot und einem Viertelliter Wasser kann man nicht den ganzen Tag leben, vor allem nicht bei den zur Zeit herrschenden Temperaturen. Vom Amt her schien sich anscheinend nichts zu tun, dass den Menschen dort mit zumindest mehr Wasser geholfen wird. In den Kommentaren zu diesem Post taten sich spontan viele Leute zusammen, sammelten mit den privaten Fahrzeugen Wasserspenden ein, fuhren zu Supermärkten und kauften mit ihrem eigenen Geld literweise Wasser. Sie stellten kleine Pakete zusammen und verteilten sie gestern und auch heute wieder im und vorm ZAB.

Solche Berichte sind immer ein kleiner Lichtblick für meinen düsteren Blick in die Zukunft in Deutschland…

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3 Gedanken zu “Rostock, Mölln, Solingen – Ist es bald wieder soweit?

  1. Schön zu lesen, dass es in Bielefeld einen Lichtblick gibt – bekam beim lesen schon Angst, was wohl in Bielefeld gestern schlimmes passiert sein könnte und ich bin wirklich erleichtert!

    1. Naja, eigentlich ist es schlimm genug, dass sich die Bürger um die Grundversorgung der Flüchtlinge kümmern müssen, mit ihren eigenen Mitteln… Aber ich bin begeistert über diese Selbstlosigkeit!

      1. Volle Zustimmung! Ich habe mich zu verkürzt ausgedrückt, dass wurde mir erst durch deine Antwort klar. Meine Erleichterung galt eher, dass Leute in Bielefeld den flüchtenden Menschen geholfen haben. Beim lesen deines Textes kam in mir die Angst hoch, dass nun auch in Bielefeld idiotische Ärsche vor den Heimen stehen und dumpfe Parolen gröhlen und ich war wirklich wirklich wirklich erleichtert, dass dem nicht so war.

        Warum allerdings der deutsche Staat in dem speziellen und auch im allgemeinen Fall so versagt, ist mir wirklich ein Rätsel und lässt mich fassungslos zurück.

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