Was Vernünftiges gelernt…

…habe ich eigentlich, zumindest meinten das meine Eltern damals. Ich bin gelernte Industriekauffrau. Aber seit gut 9 Jahren nutze ich das Gelernte eigentlich kaum noch. Vor allem seit ich Assistenz der Werkleitung bin, arbeite ich eher als angelernte Reiseverkehrskauffrau (was ich ganz früher eigentlich lernen wollte, nachdem mich die Polizei nicht wollte…). Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Job sehr. Ich verdiene gut, die Arbeitszeiten sind wirklich sehr angenehm (kaum Überstunden). Die Kollegen sind alle in Ordnung und meine drei (!) Chefs sind wirklich feine Menschen.

Aber jeden Abend, wenn ich nach Hause komme, frage ich mich, was ich eigentlich den Tag über geleistet habe, außer eine Menge Buchstaben per Mail in die Welt gesendet zu haben. Ich würde so gerne mal was „Richtiges“ arbeiten. Irgendwas mit Output. Etwas, dass man „Messen“, sehen, oder anfassen kann. Keine Ahnung, wie ich das ausdrücken soll.

Nochmal eine Ausbildung anfangen oder sogar ein Studium kommt nicht wirklich in Frage. Dafür fühle ich mich zu „alt“, zu lange vom Lernen entfernt. Wenn ich nochmal eine Ausbildung machen würde, was würde ich wählen? Immobilenkauffrau? Automobilkauffrau? Kfz-Mechaniker? Fänd ich gar nicht so uninteressant. Was Kreatives kann ich mir nicht vorstellen, dafür reicht meine Phantasie nicht aus… Beim Studium wäre ich ziemlich sicher, dass ich es mit Tiermedizin versuchen würde. Das spukt schon seit einigen Jahren in meinem Kopf rum. Aber dann wäre ich über 40, bis ich fertig bin. Und müsste auf mein gutes Gehalt verzichten.

Also schicke ich wohl weiter Buchstaben in die Welt, bis mir was Besseres einfällt.

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2 Gedanken zu “Was Vernünftiges gelernt…

  1. Dir geht es nicht alleine so. Diese Fragen stellen sich viele. Die handwerklichen Berufe haben eher ein messbares Output. Wenn man abends vom Bau kommt, weiß man was man getan hat. Dafür gibt es aber dann häufig Überstunden, schlechte Bezahlung, miese Chefs und teilweise auch noch miese Kollegen. Warum versuchst Du dich nicht mit einer nebengewerblichen Tätigkeit. Damit meine ich nicht, Tupper-Tante zu werden, aber wenn Du bspw. so gerne mit Tieren arbeitest, findet sich da vielleicht eine Möglichkeit. Professioneller Gassi-Geher bspw.. obwohl da der Output auch nicht so unbedingt messbar ist.

    Als Assitenz tägst Du doch auch einiges an Verantwortung und musst den Überblick über Termine und Mails haben. Ich finde, dass ist auch messbar (so und so viele Mails beantwortet, so und so viele Termine bestätigt, geändert, annuliert usw.).

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