Elektronische Bücher.

Sobald ich das Lesen in der Schule gelernt hatte, war ich von Büchern nicht mehr wegzubekommen. Meine Mutter erzählt mir immer noch, wie ich mir direkt nach der Schule ein Buch schnappte, mich in eine Ecke setzte, und dann so versunken war, dass sie mich mehrfach ansprechen musste, um eine Reaktion zu bekommen.

Meine Heimatstadt hatte nur eine kleine Bücherei, und die „Jugendabteilung“ war entsprechend begrenzt. Als ich alle „???“, „Der kleine Vampir“ und Enid-Blyton-Reihen durch hatte, fand ich zu meiner Begeisterung auch noch Lucy Maud Montgomery. Sie schrieb vor vielen Jahrzehnten die „Anne auf Green Gables“-Bücher. Die habe ich geliebt.

Aber dann war die Jugendabteilung auch schon durchgelesen.

In der Schule versuchte ich meine Lesesucht mit dem Deutsch-LK zu stillen. Das lief mäßig. „Effie Briest“ wird für mich immer eine blöde Kuh bleiben. „Die Leiden des jungen Werther“ waren eher ein Leiden für mich. Entdeckt habe ich aber immerhin den „Schimmelreiter“ und „Schlafes Bruder“. Lese ich beide immer mal wieder.

Irgendwann, den Zeitpunkt genau weiss ich nicht, schlich sich eine Lesefaulheit ein. Zuerst fand ich nicht mehr die passende Lektüre, dann habe ich für die gefundenen Bücher viel zu lange gebraucht. Plötzlich hatte ich eine „Leseblockade“.  Ich konnte mich für nichts erwärmen.

Ein bisschen ist glaub ich, das Internet schuld. Seit ich in sozialen Netzwerken unterwegs bin, fehlt mir der Antrieb, mich auf lange Texte zu konzentrieren.

Twitter! 140 Zeichen, fertig. Das neue Buch? 567 Seiten. Au weia.

Um mir das Lesen wieder näher zu bringen, habe ich mir einen Kindle gekauft. War im Angebot. Sonst hätte ich es wohl nicht gemacht,  denn ich liebe meine Papier-Bücher im Regal. Wenn ich in einen Raum mit Büchern komme, fühle ich mich sofort wohl. Ich fand es immer seltsam, wenn jemand keine Bücher in seiner Wohnung hat.

Jedenfalls habe ich mich schon ganz gut an das Gerät gewöhnt. Die ersten 1,5 Bücher sind bereits gelesen. Und bald fahren wir in den Urlaub, da werde ich mich mal wieder gemütlich in die Ecke setzen und in eine andere Welt versinken. Ich glaube, es könnte wieder klappen. Sprecht mich dann ruhig mehrmals an.

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